PR beginnt im Pausenraum: Warum Ihre digitale Transformation ohne Ihre Leute scheitert
In deutschen Fabrikhallen entstehen Weltmarktführer. Doch während die Maschinenparks auf Industrie 4.0 getrimmt oder komplexe IT-Infrastrukturen neu hochgezogen werden, während der Hype um die “künstliche Intelligenz” aktuell jedes andere Thema überlagert, bleibt ein entscheidender Faktor viel zu oft auf der Strecke: Der Mensch. Wer sein Unternehmen digital neu erfindet, aber die interne Kommunikation vergisst, riskiert nicht nur die Motivation, sondern untergräbt das Fundament seines Erfolgs.
Die Falle der „stillen Transformation“
Im Mittelstand lieben wir die Umsetzung. Ingenieure bauen, Ingenieure optimieren, Ingenieure liefern! Und das ist eine großartige Leistung unserer Volkswirtschaft. Doch bei der digitalen Transformation begehen viele Führungskräfte einen klassischen Fehler: Sie behandeln den Wandel wie ein Software-Update. Man installiert es am Wochenende und erwartet, dass am Montag alle mit der neuen Version laufen.
Doch Menschen funktionieren nicht binär. Wenn ein Unternehmen, das seit 50 Jahren für mechanische Exzellenz steht, plötzlich von „Digital-First“ und „Agilität“ spricht, entsteht bei den langjährigen Mitarbeitern ein Vakuum. Und in diesem Vakuum wächst kein Innovationsgeist, sondern Widerstand.
PR ist kein „Außen-Thema“
Viele verstehen unter PR (Public Relations) nur die Pressemitteilung nach draußen oder den glänzenden LinkedIn-Auftritt. Doch echte PR beginnt intern. In diesem Fall bedeutet das: Interne Kommunikation ist die Marketing-Abteilung für den Wandel. Wenn die Mitarbeiter im Verein oder auf dem Grillabend in der Schule erzählen: „Bei uns läuft’s digital richtig rund, wir sind bereit für morgen“, dann ist das wertvoller als jede Zeitungsanzeige.
Wenn Ihre Mitarbeiter nicht verstehen, warum es eine Veränderung gibt, werden sie zum Sand im Getriebe der neuen digitalen Maschine. Wer seine Leute verliert, verliert das implizite Wissen, das den Hidden Champion erst zum Champion gemacht hat.
Drei Säulen, wie Sie Ihre Mannschaft bei der Neuerfindung mitnehmen:
- Die Story hinter dem Code: Technik allein begeistert niemanden, der stolz auf sein Handwerk ist. Erklären Sie nicht das „Was“, sondern das „Wofür“. Digitalisierung ist kein Selbstzweck – sie ist das Werkzeug, um die Qualität, für die das Team seit Jahrzehnten steht, auch in Zukunft sicherzustellen. “Wir behalten unsere Wurzeln, verändern uns aber, um in neuen Marktfeldern / Branchen anzugreifen und so unsere Zukunftsfähigkeit zu sichern und die Marktführerschaft zu erobern.”
- Vom Betroffenen zum Gestalter: PR bedeutet Dialog. Geben Sie den Experten an den Maschinen eine Stimme im digitalen Prozess. Wer die Benutzeroberfläche mitgestaltet, wird sie später nicht sabotieren. Innovation braucht psychologische Sicherheit. “Wir möchten von Ihnen wissen, was brauchen Sie an Ihrem Arbeitsplatz, um die Arbeit bequemer, schneller oder einfacher zu erledigen.”
- Transparenz schlägt Perfektion: Nichts ist toxischer als „Flurfunk“, der durch Informationsmangel entsteht. Kommunizieren Sie Meilensteine – auch die schwierigen. Ein ehrliches „Wir wissen noch nicht alles, aber wir gehen den Weg gemeinsam“ schafft mehr Vertrauen als jede glatte Hochglanz-Broschüre.
Fazit: Die Hardware ist austauschbar – die Kultur nicht
Digitale Transformation ist zu 20 % Technik und zu 80 % Psychologie. Wer als Hidden Champion zum digitalen Vordenker werden will, sollte seine Kommunikation so präzise steuern wie seine Fertigungstoleranzen.
PR ist die Lebensversicherung für Ihren Wandel. Denn letztlich sind es nicht die Algorithmen, die Ihr Unternehmen voranbringen – es sind die Menschen, die sie bedienen.
Haben Sie Ihre interne Kommunikation schon auf „Transformation“ programmiert, oder hoffen Sie noch, dass „schon alles passt“?
