Bild | KI-generiert

Digitalisierung | Künstliche Intelligenz | Unternehmenskommunikation

Das neue Berater-Gold: Wenn PR-Agenturen der KI das Halluzinieren beibringen

In den Analytics-Dashboards der Unternehmenswebsites herrscht helle Panik. Die Klickzahlen aus der klassischen Google-Suche brechen brutal ein. Was das Analystenhaus Gartner bereits Anfang 2024 mit einem prognostizierten Einbruch des Suchvolumens um 25 Prozent vorhersagte, ist eingetroffen –  eine Entwicklung hin zum „einsamen Internet“, vor der ich an dieser Stelle bereits im Juli gewarnt habe.

Aktuelle Daten von SparkToro zeigen, dass inzwischen knapp 68 Prozent aller Google-Anfragen enden, ohne dass der Nutzer jemals eine externe Website betritt. Die KI liefert die Antwort direkt im Suchfeld. Warum sollte also noch jemand auf den Link einer Firmenwebseite klicken?

Wo Panik herrscht, ist das nächste teure Buzzword bekanntlich nicht weit. Der neue Heilige Gral der Marketingbranche hört auf das klangvolle Kürzel GEO: Generative Engine Optimization.

Wie aus einer Princeton-Studie eine Marketing-Sau wurde

Der Begriff stammt ursprünglich aus der Wissenschaft. Ein Forscherteam um Pranjal Aggarwal an der Princeton University definierte Ende 2023 in einem Arbeitspapier, wie generative KI-Systeme Informationen aus dem Netz filtern. Agenturen witterten sofort das große Geld und machten aus der akademischen Arbeit eine neue „Sau, die durchs Dorf getrieben wird“.

Das Verkaufsversprechen der GEO-Propheten klingt verlockend: Wenn die Menschen nicht mehr auf Webseiten klicken, sorgen wir eben dafür, dass die KI in ihren Antworten exklusiv Ihren Konzern als Marktführer nennt.

Statt wie früher Geschichten für echte Menschen oder Journalisten zu schreiben, tüfteln Agenturen nun an der gezielten Manipulation von RAG-Architekturen (Retrieval-Augmented Generation). Weil plumpe Keyword-Wiederholungen bei modernen Sprachmodellen scheitern, versuchen GEO-Dienstleister, sogenannte „synthetische Autorität“ aufzubauen. Foren wie Reddit oder Dritt-Plattformen werden systematisch mit Markenbotschaften geflutet, damit die KI beim Abruf in Echtzeit das gewünschte PR-Narrativ für den Konsens der Branche hält.

Katz und Maus im Rechenzentrum

Wir erleben die Geburtsstunde eines völlig absurden Wettrüstens:

  • Die Manipulation: PR-Teams versuchen mit Prompt-Tricks und Content-Framing, ein bevorzugtes Ranking im Sprachmodell zu erzielen.
  • Die Abwehr: Entwickler drehen täglich an den Algorithmen, um diese Form von Schleichwerbung zu unterbinden.
  • Der Kollateralschaden: Der eigentliche Inhalt. Lesbarkeit und Nutzwert bleiben auf der Strecke, weil Texte nur noch als Nährlösung für Bot-Mägen konzipiert werden.

Statt relevante Inhalte für echte Entscheider zu schaffen, investieren Unternehmen Unsummen darin, KI-Bots eine rechtssichere Halluzination der Realität einzutrichtern.

Warum die Algorithmen-Trickserei eine Sackgasse ist

GEO in seiner jetzigen Form ist das nächste digitale Schlangenöl. Das krampfhafte Manipulieren von Sprachmodellen ist langfristig eine vergebliche Liebesmüh, denn KI-Systeme werden mit jedem Update kompromissloser darauf getrimmt, halluzinierte Verkaufsprosa von verifizierten Fakten zu trennen.

Wenn der Lärm der synthetischen Texte unerträglich wird, schlägt die Stunde der echten B2B-PR. Was KIs und menschliche Entscheider gleichermaßen suchen, sind echte Autorität, belegbare Zahlen und fundiertes Expertenwissen. Das Schaffen von echtem Thought Leadership lässt sich nicht durch Prompt-Tricks ersetzen. Wer heute noch für Menschen schreibt, gewinnt am Ende auch die Algorithmen.

Sie wollen Ihre Zielgruppe mit echtem Expertenwissen überzeugen, statt das Budget für die Manipulation von Chatbots zu verbrennen? Lassen Sie uns über B2B-PR sprechen, die für Menschen gemacht ist.

Ähnliche Beiträge